Über Boris
Schon als Kind habe ich mich gefragt: Wer bin ich? Als ich sieben Jahre alt war kam ich aus dem damaligen Jugoslawien mit meiner Familie nach Deutschland. Meine siebenjährige Identität wurde quasi ausgelöscht. Ich musste mir eine neue aufbauen. Eine neue Kultur, eine ganz neue Sprache musste ich lernen und annehmen. Was - und wer - wäre aus mir geworden, wenn ich dort geblieben wäre? Diese Frage kann ich nicht mehr beantworten. Jetzt nach über 50 Jahren in Deutschland kann ich sagen, dass ich viele Identitäten habe. Ich habe sie mir zusammen gesucht. Talente, Schicksale, die mich geprägt haben. Lieben und schwierige Erfahrungen. Eines Tages entdeckte ich das Theaterspielen und war begeistert. Ich konnte jemand anders sein, konnte meine inneren Anteile, auch die schwierigen, auf der Bühne lebendig werden lassen und ausleben.
Theater spielen ist ein Spiel mit Identitäten. Ich bin ein Experte in Identitäten geworden. Rollen, die ich wie einen Mantel anziehe und wieder ausziehe. Gerade beim Improvisationstheater, meiner Leidenschaft, genieße ich es, blitzschnell in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Irgendwann habe ich bemerkt, dass ich andere Menschen zum Lachen bringen und für das (Theater)-Spiel begeistern kann – und dass es mich glücklich macht.
Nach und nach entwickelte ich meine Theater-Kunst weiter. Ich bemerkte, dass es in mir den Wunsch gab, Theatermethoden in Bereiche unserer Gesellschaft zu bringen, die von den meiner Meinung nach immensen Möglichkeiten des Spielerischen profitieren könnten.
Mehr und mehr wurde ich als Coach in Unternehmen eingeladen und konnte einige wichtige Impulse für die agile Unternehmenskommunikation geben. Ich habe sehr viele Menschen aller Altersgruppen in ihrem kreativen Ausdruck erlebt. Menschen in IT-Hochleistungsteams, die im Kommunikationstraining ihre Komfortzone verlassen haben. Eine freche 95-jährige, die auf ihrer Geburtstagsfeier köstlich gelacht hat und ihre Kinder in Erstaunen versetzte. Jugendliche, die anstatt die Gegend unsicher zu machen, freiwillig nachmittags in der Schule lieber in meinem Pantomimekurs den Moonwalk übten.
Immer wieder hat der kreative Ausdruck und meine Bestärkung ihm zu folgen etwas mit den Menschen gemacht. Erfolgserlebnisse beschert, in dem Freude und manchmal Selbsterkenntnis - persönliches Wachstum - entstanden ist. Ich glaube, ich kann Menschen mit meiner Spielfreude anstecken und das braucht es in dieser Welt.